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HaJo Teske

HaJo Teske

Hans Joachim Teske (*23.01.1955) ist das älteste Mitglied der Künstlergruppe Wilderers

Die Künstlergruppe ist das Beste, was dem Vollblut-Künstler hätte passieren können. Kreative Ideen platzen oft aus ihm heraus und wollen sofort umgesetzt werden, obwohl dieses Vorhaben oft an der schieren Anzahl der Projekte oder an ihrer Größenordnung scheitert. Wenn HaJo Teske die Möglichkeiten hätte, seinen Willen immer in die Tat umzusetzen, sähe das Diakoniegelände in Sorsum ganz anders aus.

Herr Teske geht oft kritisch mit seiner Umwelt um. Gutes Handwerk und schöne Gestaltung weiß er zu schätzen und spricht gerne sein Lob dafür aus. Begegnet er aber irgendwo Barrieren oder minderwertiger Qualität, gibt er das ohne zu zögern bekannt, hat aber sofort Verbesserungsvorschläge parat. Manchmal  findet man diese dann auch in seinen Kunstwerken wieder. Die Bilder des HaJo Teske zeigen die - für ihn - perfekte Welt.

Ein typischer Teske präsentiert sich als kolorierte Zeichnung. Dabei kann es sich um verschiedene Farbtechniken handeln, am liebsten sind ihm jedoch Aquarellstifte, denn deren Farben kann er in einem zusätzlichen Arbeitsschritt noch ineinander laufen lassen. Die präzisen Zeichnungen ringen dann mit den Farben, die sich aus dem Rahmen der Linien befreien konnten, um einander zu umarmen.

Häufig sind auch Buchstabenfolgen ein auffälliges Bildelement. Sie können nebensächlich eingearbeitet sein oder aber auch einen großen Raum einnehmen. Der Versuch seitens des Betrachters, diese Worte zu lesen, scheitert: Scheinbar wahllos aneinander gereiht oder sogar spiegelverkehrt sind die Buchstaben. Konsonanten vermissen ihre Vokale. Manchmal mischen sich Ziffern dazwischen. Nur der Künstler selbst weiß zu erklären, was seine Schriftzüge bezeichnen. Es kann der Titel des Bildes sein, oder ein Motiv nahe der Schrift benennen, oder erklären, dass in dem Bild eine Handlung zu sehen ist, die nach Meinung des Künstlers noch nicht deutlich genug hervorgehoben wurde.

Herr Teske hat sich zwar bemüht die Schrift zu lernen, jedoch hatte er offenbar mehr Interesse an der formalen Erscheinung der Buchstaben als an ihrem Klang oder ihrer Bedeutung. Er wählt sie als frei nach Bedürfnis wandelbare, grafische Elemente aus, um Worte aus ihnen zu komponieren, deren Bedeutung nur durch die Erinnerung des Künstlers klar auszumachen sind. Fragt man ihn nach einem Bild, weiß er immer, was er darauf geschrieben hat.

Dieser Einsatz von Schrift ist für Herrn Teske ganz selbstverständlich. Aus seiner eigenen Natur heraus benutzt er diese Methode, die einigen Konzepten sehr ähnlich ist, die sich Künstler der Avantgarde mit Mühe erdachten: Seine Werke sind verwandt mit den Schrift-Collagen Kurt Schwitters und mit dem „Befreiten Wort“ der italienischen Futuristen.

Tatsächlich scheint HaJo Teske noch einen Schritt weiter zu gehen und selbst die Buchstaben an sich noch befreien zu wollen, weshalb er ihnen erlaubt, sich auf seinem Malgrund frei auszurichten und sich nach Belieben zu einer Wortkonstruktion zusammenzumischen.

Selbst seine eigene Unterschrift wandelt der Künstler je nach Stimmungslage, obwohl er nur selten ein Bild selbst signiert.
HaJo Teskes Motive bezeichnen häufig das, was ihn im Alltag gerade beschäftigt. Hat er eine interessante Architektur entdeckt? Denkt er an den besuchten Gottesdienst? Hat er ein Tier beobachten können? Hat er ein ästhetisches Motiv in seiner Sammlung von Broschüren und Flugblättern entdeckt? Oder lief am Wochenende die Übertragung eines Rockkonzerts im Fernsehen? Vielleicht schwelgt er auch in Erinnerungen an seinen letzten Urlaub an der Ostsee.

Eine von Herr Teskes größten Stärken ist seine Begeisterungsfähigkeit für Neues. Seine Neugier treibt ihn dazu, bei jeder Gelegenheit Neues auszuprobieren - und damit sind nicht nur bisher ungenutzte Werkzeuge zum Kunstschaffen gemeint. Trotz dieser Experimentierfreudigkeit behält er stets die Position des bildenden Künstlers bei und überlässt andere Kunstgattungen gerne den jeweiligen Experten, denen er aber gerne Publikum ist, um begeistert zu applaudieren und aus ihnen Inspiration zu ziehen.

Benjamin Westphalen, Kunsthistoriker

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