
Der Geräuschpegel ist erstaunlich. Neben der Eingangstür wird ein Gong bearbeitet. Zwei Schritte weiter probiert jemand den Klang von Holzblocks aus, während andere Kinder Xylophon, Glockenspiel, Handtrommeln und auch das Musikprogramm eines Computers antesten. „Das ist erstmal die experimentelle Phase“, sagt ein Lehrer lachend, „die sinnliche kommt später“.
Mit einem „Fest der Sinne“ hat die Luise-Scheppler-Schule am Montag die Reihe der Sonderaktionen zu ihrem 30-jährigen Bestehen fortgesetzt. Die 120 Schüler der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung und ihre Gäste, darunter Bürgermeister Henning Blum und Kinder der Grundschule Sorsum, durchliefen einen ausgedehnten Wahrnehmungsparcours, der sich über alle fünf Schulgebäude erstreckte.
Zum Glück hatte das Kollegium einen Plan B in der Tasche. Eigentlich sollte ein Großteil der Angebote im Freien stattfinden. Doch Liegewiese, Sandspiele, Schatzsuche und andere Stationen mussten angesichts des Novemberwetters in die Klassenräume verlegt werden.
Dementsprechend ging es zum Teil hoch her. Selbst in den Räumen, in denen sonst die Schwerstbehinderten durch akustische und sensorische Reize gefördert werden. Die Kinder der 2b der Grundschule Sorsum probierten begeistert aus, wie es sich anfühlt, von einem Lifter hochgehoben zu werden, feierten Disco auf einem Wasserbett oder stürzten sich mit Elan in Bälle-Bad.
An anderen Stationen wurde umso konzentrierter gearbeitet. Etwa am Windrad-Basteltisch oder beim Klangraten: Was mag wohl das Rascheln in der Dose verursachen, Konfetti oder Sand? Behinderte wie nicht behinderte Schüler meisterten das Spiel locker, nur ein Rätsel bereitete Kopfzerbrechen. In einer Dose hörte man nichts, gar nichts. Kein Wunder, denn die Auflösung des Inhalts hieß: Luft.
Nicht zuletzt nutzte die Luise-Scheppler-Schule die Gelegenheit, ihre neue Fahne einzuweihen. „Endlich! Wir habe uns einen langgehegten Wunsch erfüllt“, freute sich Rektorin Hanna Geyer. Das neue Banner ist zugleich ein Wegweiser: Obwohl die Schule am obersten Ende der Diakonie Himmelsthür liegt, gleich am Waldrand, ist die bunte Fahne schon von weit unten am Stadtweg zu erkennen.
Die Schülermitverantwortung (SMV) hatte sich gewünscht, den 30. Geburtstag standesgemäß 30 Tage lang zu feiern. „Das haben wir uns zu Herzen genommen“, so die stellvertretende Schulleiterin Ulrike von Hoeren. Ein feierlicher Gottesdienst, Sportfest, Disco, Segelausflug und viele andere Veranstaltungen sind bereits gelaufen, doch das Programm ist längst nicht zu Ende. Bis in den November hinein reichen die Geburtstagsaktivitäten, schon am 21. September geht es mit einem Umwelttag weiter.