Diakonie Himmelsthür

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07.03.2008

Leuchtende Finsternis

Stolz auf 15 Jahre Schwarzlicht-Theater in Hildesheim: Die Gastgeber von der Schwarzlicht-AG der Luise-Scheppler-Schule.

Vor 15 Jahren war noch alles schwarz-weiß. Blasse Hände, losgelöst von den zugehörigen Armen und Körpern, wirbelten rhythmisch durch die Finsternis. Ein skurriler und faszinierender Anblick. Heute haben sich die Ausdrucksmittel verfeinert, und vor allem ist jede Menge Farbe ins Spiel gekommen: Die Hildesheimer Schwarzlicht-Theatertage in der Diakonie Himmelsthür sind den Kinderschuhen entwachsen.

Am Eröffnungstag des 15. Schwarzlicht-Theatertreffens der Luise-Scheppler-Schule in Sorsum war diese Entwicklung noch einmal im Zeitraffer zu erleben. Die Gastgeber zeigten zum Auftakt des Festivals ein knapp 45-minütiges Potpourri mit viel Musik, Bewegung und fantasievollen Effekten aus den Jahren 1992 bis heute.

„Je besser der Applaus ist, desto besser spielen auch die Akteure“, feuerte die Organisatorin Gudrun Schulze in ihrer Begrüßung das Publikum an. Doch die Zuschauer im mit 180 Menschen ausverkauften Festsaal der Diakonie Himmelsthür brauchten keine Extraeinladung. Sie feierten die Darsteller ausgiebig, klatschten bei den Tanznummern mit und riefen begeisterte Kommentare in den pechschwarzen Saal. Vor allem eine große Delegation der Gudrun-Pausewang-Schule aus Alfeld, die zur Unterstützung ihrer Schwarzlicht-AG mitgekommen war, machte sich lautstark bemerkbar.

Mit farbenprächtigen Tierszenen beeindruckte die AG der Alfelder Gudrun-Pausewang-Schule das Publikum. Beim Schwarzlicht-Theater ist alles in Dunkelheit gehüllt, das Licht der lilafarbenen Leuchtröhren wird dafür von fluoreszierenden Kleidungsstücken und Gegenständen umso stärker reflektiert. So lassen sich Effekte wie bei einem umgekehrten Scherenschnitt, aber auch eine glühende räumliche Tiefe erzeugen. Die Farben sind überwiegend grün, gelb, orange-rot und blau. So stellte die Gruppe der Luise-Scheppler-Schule einen quietschbunten Moderator ohne Gesicht auf die Bühne, der mit charmant-lockeren Erklärungen durchs Programm führte.

Das Best-Of-Programm der Scheppler-AG enthielt witzige Nummern wie einen Clip zum ehemaligen Prinzen-Hit „Küssen verboten“, in dem ein großer Mund die Hauptrolle spielte. Oder eine spannende Rotkäppchen-Fassung samt überdimensionalem Wolf, der so bedrohlich dreinschaute, dass einige jüngere Zuschauer hörbar der Mut verließ. Aber die Angst war schnell vergessen, als beim Aktuellen Sportstudio das Torwandschießen ins Auge ging: Eines der Löcher im Tor wollte partout nicht stillhalten.

Die Gudrun-Pausewang-Schule betörte das Publikum durch die aufwändigen Leuchtkostüme ihrer Afrika-Geschichte „Ein tierisches Vergnügen“. Tanzende Löwen mit sprühend-grünen Mähnen, ein riesiger Elefantenkopf oder ein knalliger Papagei spielten zu Klängen aus dem Musical „König der Löwen“ oder dem Blues-Brothers-Film Verkleiden. Ein wahrer Augenschmaus.

Am zweiten Tag folgten Aufführungen von Schwarzlicht-Theater-AG’s aus der Hildesheimer Schule im Bockfeld und aus Delmenhorst. Organistorin Gudrun Schulze zeigte sich „super-zufrieden“: nicht nur, weil das Festival wie in all den Jahren zuvor binnen weniger Tage ausverkauft war, sondern wegen der guten Stimmung unter den Akteuren wie im Publikum. Ulrike von Hoeren, stellvertretende Leiterin der Luise-Scheppler-Schule, verteilte Jubiläums-Lebkuchenherzen an alle und freute sich schon auf die nächsten 15 Jahre.       

ran / Fotos: Neite

 

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