
Von wegen ehrfürchtiges Schweigen! In den wöchentlichen Andachten der Luise-Scheppler-Schule ist immer eine Menge los. Das erlebte jetzt die Klasse 7M des Gymnasiums Andreanum, die gastweise in der bis auf den letzten Platz besetzten Sorsumer Elisabeth-Kirche eine Andacht gestaltete.
Schon beim Begrüßungskanon und bei der Prelude aus Charpentiers „Te Deum“ – besser bekannt als Eurovisionsmelodie – gab es lautstarke Kommentare und Applaus von den geistig behinderten Schülern. Die Musikklasse mit ihren Lehrerinnen Gesine Frank und Kerstin Dohmen ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und ging zum Hauptteil der Andacht über.
Von einem dreistimmigen Schöpfungslied eingerahmt und mit Bildern auf einer langen Tapetenrolle illustriert, erzählten die Siebtklässler in einfachen, plastischen Worten von Gottes Erschaffung der Welt. Die Bilder zu jedem Tag der Schöpfungswoche hatten sie im Kunstunterricht vorbereitet. Zum Abschluss sprachen alle das Vaterunser miteinander – zwei Andreanerinnen hatten es extra für die Andacht in Gebärdensprache eingeübt.
Ulrike von Hoeren, stellvertretende Leiterin der Luise-Scheppler-Schule, lud im Anschluss behinderte und nicht behinderte Schüler zum gemeinsamen Frühstück ein. Bei einem Rundgang konnten die Gäste die Förderschule in der Diakonie Himmelsthür dann genauer kennen lernen.
Für die 7M war es bereits der zweite Besuch. Im vorigen Jahr hatten die Schüler den Festakt zum 30-jährigen Bestehen der Scheppler-Schule musikalisch gestaltet. „Können wir das nicht jeden Freitag haben?“, erkundigte sich ein Lehrer begeistert. Das wird wohl nicht gehen. Doch die Kontakte mit der Luise-Scheppler-Schule sollen in Zukunft noch verstärkt werden, sagte Klassenlehrerin Gesine Frank. Auch für die Musikklasse des sechsten Jahrgangs plant Religionslehrerin Kerstin Dohmen bereits einen Besuch mit Gottesdienstgestaltung.
Besonders bewegend für die Gäste war der Abschied. Viele der Jugendlichen wurden von einem Scheppler-Schüler noch einmal fest in den Arm genommen, bevor sie sich auf den Rückweg machten.