Diakonie Himmelsthür

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04.05.2009

Leuchtende Schauspiel-Leidenschaft

Das Publikum im ausverkauften Saal der Diakonie Himmelsthür wartet gespannt auf das Stück der Burgbergschule in Bad Salzdetfurth.

Ausverkaufte Vorstellungen bei den 16. Schwarzlicht-Theatertagen in der Diakonie Himmelsthür

(pik) Ein leuchtender Koffer schwebt über der Bühne, der Regenbogen färbt zuvor weiße Blumen in grelle Neon-Töne, und auch Goethes Zauberlehrling leuchtet in fluoreszierenden Farben: Schwarzlicht-Theater ist eine faszinierende Kunstform. Davon konnten sich die Besucher der 16. Schwarzlichttheater-Tage in der Diakonie Himmelsthür überzeugen.

Schwarzlicht-Theater wird in einem komplett verdunkelten Raum gespielt, die Schauspieler sind ganz in Schwarz gekleidet. Einzelne Teile der Verkleidung sowie die Requisiten sind jedoch in weißen oder bunten Farben gestaltet, die durch das Schwarzlicht zum Leuchten gebracht werden. Jeweils rund 180 Besucher erlebten das Schauspiel an zwei Tagen im ausverkaufen Festsaal der Diakonie Himmelsthür.

Die Gastgeber von Schwarzlicht-Theater-AG der Luise-Scheppler-Schule hatten sich an das Gedicht „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe gewagt. Dabei wurde der literarische Stoff allerdings frei interpretiert. Neben den Original-Versen des Gedichts erklangen auch Schlager aus den Lautsprechern. Und der Zauberlehrling packte unter anderem ein Trinkpäckchen in seinen leuchtenden Koffer.

Seit September haben die Sorsumer zweimal in der Woche für das Stück geprobt. Deutlich weniger Vorbereitungszeit hatte die Schwarzlicht-Theatergruppe der Burgbergschule aus Bad Salzdetfurth für ihr Stück „Anton und der Regenbogen“. Dabei bedienten sie sich nicht einer literarischen Vorlage, sondern die Story kam von dem zehnjährigen Ensemble-Mitglied Lukas. Begleitet wurde die Bad Salzdetfurther Schauspieler von der Trommel-Gruppe der Förderschule mit Sprachheilschwerpunkt.

Die Schwarzlichttheater-Tage in Sorsum gibt es bereits seit 15 Jahren. Noch länger existiert die Schüler-Arbeitsgemeinschaft, in der die phantasievollen Stücke eingeübt werden. Seit Anfang an dabei ist Gudrun Schulze, die die AG leitet. Schwarzlichttheater sei für geistig behinderte Menschen besonders gut geeignet, erklärt die Lehrerin: „Man kann sich zeigen, man muss es aber nicht.“ So gebe es Rollen, bei denen sich die behinderten Kinder und Jugendlichen eher im Hintergrund halten können: „Jeder bekommt die Aufgabe, die am besten zu ihm passt.“

Dabei hat die besondere Form des Theaterspiels durchaus eine therapeutische Wirkung: „In die Öffentlichkeit zu gehen und auf der Bühne zu stehen ist für viele eine Herausforderung, aber auch eine große Befriedigung.“ Auch die Begegnung mit anderen behinderten und nicht behinderten Kindern wirke sich positiv aus, erklärt Gudrun Schulze: „Das sind ganz viele Effekte bei dieser Theaterarbeit.“

Text und Foto: Kultur & Kommunikation

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