Diakonie Himmelsthür

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03.07.2008

Einigung mit dem Land schafft neue Basis - Jahresbericht 2007 erschienen

Deckblatt des Jahresberichtes 2007 Ein jahrelanger Rechtsstreit der Diakonie Himmelsthür mit dem Land Niedersachsen ist abgeschlossen.

Ein jahrelanger Rechtsstreit der Diakonie Himmelsthür mit dem Land Niedersachsen ist abgeschlossen. Das sagte Ulrich Stoebe, Direktor der Diakonie Himmelsthür, als er der Mitgliederversammlung des Trägervereins den Jahresbericht 2007 vorstellte. Flexiblere Entgelt-Sätze schafften eine solide Basis für eine inhaltliche Neuausrichtung und eine Verbesserung der Infrastruktur. Stoebe: „In den letzten Jahren haben wir uns in einer eher defensiven Situation befunden. Jetzt ist es möglich, wieder nach vorn zu gehen.“

Ein „Paradigmenwechsel“ habe stattgefunden, berichtete Ulrich Stoebe. Seit 2001 hat sich die landesweit tätige Einrichtung für Menschen mit geistigen Behinderungen im Rechtsstreit mit dem Land Niedersachsen befunden: Das Land erstattete in der Vergangenheit ein Einheits-Entgelt für alle Bewohner, unabhängig vom Alter oder der Schwere der Behinderung. Pro Bewohner zahlte das Land pauschal einen Tagessatz von 113 Euro. Die Diakonie Himmelsthür – wie auch die anderen Einrichtungen der Eingliederungshilfe – strebten eine Regelung an, die sich am tatsächlichen Bedarf der einzelnen Menschen orientiert.

In einem gerichtlich protokollierten Vergleich ist jetzt eine Einigung erzielt worden. Statt des Einheitsschlüssels gibt es rückwirkend zum 1.1.2006 mehrere, nach Alter und Förderangeboten gestaffelte Leistungstypen, die wiederum in fünf Hilfebedarfsgruppen unterteilt sind. Da der Anteil der Bewohner mit schweren Mehrfachbehinderungen und hohem Hilfebedarf seit Jahren steigt, bedeutet der Vergleich für die Diakonie Himmelsthür eine reale Entlastung. Für 2007 stiegen die Erträge aus Betreuungsleistungen bereits von 75 auf 76 Millionen Euro.

„Auf dieser Basis ist eine inhaltliche Neuausrichtung möglich“, zeigte der Direktor die Konsequenzen für die tägliche Arbeit auf. Die Diakonie Himmelsthür könne nun die ambulante Betreuung ausbauen, aber auch stationäre Angebote weiter entwickeln. Beispielsweise gebe es eine erhebliche Nachfrage nach Plätzen für Menschen mit autistischen Störungen sowie für Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten.

Außerdem kann Stoebe zufolge wieder stärker in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden. Alte Häuser, die nicht mehr heutigen Qualitätsansprüchen der Eingliederungshilfe entsprechen und zudem z.B. durch hohen Energiebedarf unwirtschaftlich sind, werden geschlossen und durch Neubauten ersetzt – wie in Bad Pyrmont und Bad Salzdetfurth, wo gerade Häuser mit jeweils 78 Wohnplätzen entstehen. Das nicht barrierefreie Haus in Alfeld wird dagegen aufgeben, mittelfristig auch das Heim in Bodenburg. Ziel der Investitionen (Stoebe): „Die Menschen sollen so weit wie möglich selbstständig leben können.“

Rolf-Dieter Strudthoff, kaufmännischer Direktor der Diakonie Himmelsthür, unterstrich: „Die Bilanz hat eine Konsolidierung erfahren.“ 2007 sei ein Überschuss von brutto 3,4 Millionen Euro erzielt worden. 1,4 Millionen Euro davon wurden als Ergebnisbeteiligung an die Mitarbeiter ausgeschüttet, die in den zurückliegenden Jahren im Rahmen des Sanierungsvertrags auf die Jahressonderzahlungen verzichtet hatten. Der Rest wird gemäß der Vereinbarung mit der Mitarbeiterschaft für Tilgungen und Neuinvestitionen verwendet.

Die Mitglieder dankten dem Vorstand und dem Aufsichtsrat für die gute Arbeit. Der 2009 auslaufende Vertrag mit Ulrich Stoebe ist um weitere sechs Jahre verlängert worden. Das berichtete Dr. Rainer Mainusch, der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Die Versammlung entlastete den Aufsichtsrat einstimmig.

Text: Ralf Neite


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