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19.06.2010

Ein Stück Moor im Schulgarten

Lehrer Jörg-Michael Andreas und Schüler Andreas Fuhrmann führten Gäste aus 31 Grund- und Förderschulen im Schulbezirk Hannover über den ökologisch gestalteten Schulhof.

Treffen der Umweltschulen in der Luise-Scheppler-Schule

Hildesheim. Ökologie soll in der Schule sichtbar und erlebbar sein. Das gilt besonders für Grund- und Förderschulen. Bei einem Treffen der Umweltschulen in der Luise-Scheppler-Schule in Sorsum schauten sich Vertreter von 31 Schulen des Schulbezirks Hannover an, mit welchen Mitteln hier Umwelt für alle Sinne erfahrbar wird. Ursula von der Heyde von der Landesschulbehörde begrüßte die Gäste im Festsaal der Diakonie Himmelsthür. „Die Erfolgsgeschichte der Umweltschulen hat in Hildesheim begonnen“, betonte sie.

Die Luise-Scheppler-Schule, eine Förderschule mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung, gehörte zu den 22 Pilotschulen, die schon 1995 am Projekt „Umweltschule in Europa“ des Niedersächsischen Kultusministeriums teilnahmen. Seither hat die Schule immer die Auszeichnung erlangt. Inzwischen gibt es 350 Umweltschulen in Niedersachsen, 105 im Schulbezirk Hannover, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen. Die Sorsumer Schule in Trägerschaft der Diakonie Himmelsthür war zum zweiten Mal Ausrichter eines Regionaltreffens.

Bei einem Rundgang über das Schulgelände und einer rückblickenden Foto-Schau konnten sich die Gäste selbst überzeugen, was sich in den letzten 20 Jahren im Sinne der Umwelterfahrung verändert hat. Wo es früher rund um das Schulgebäude nur kurzgeschorenen Rasen gab, entstanden unter anderem eine Schulgarten, eine Streuobstwiese, Hochbeete, ein Duftgarten und ein Spielplatz im Grünen.

Ein Fühlpfad, ein Brotbackofen, Holzhütten und blühende, duftende Sträucher sprechen alle Sinne an. Pflanzen wachsen nahe den Fenstern zu den Klassenräumen, damit ihr Gedeihen immer im Blick ist, und hochgelegene Beete können auch vom Rollstuhl aus gepflegt werden. In einem Feuchtbiotop haben sich Frösche und Molche angesiedelt. Jüngstes Projekt ist ein Moorbeet: Hier können die Schüler die Hände in das dunkle Wasser stecken und mit den Füßen im feuchtweichen Boden einsinken. Lehrer Jörg-Michael Andreas führte die Besucher mit merklichem Stolz über das Gelände.

Die vielen Grünflächen brauchen aber auch regelmäßige Pflege, erläuterte Schulleiterin Hanna Geyer. Arbeitsgruppen im Werk- oder Hauswirtschaftsunterricht und Klassen-Patenschaften sind für bestimmte Geländeabschnitte zuständig. Alle zwei Jahre gibt es außerdem große Arbeitseinsätze von Mitarbeitern und Lehrern sowie von Freunden und Förderern der Schule.

Für jedes neue Projekt mussten aufs Neue Helfer aktiviert und Sponsoren gefunden werden – diese Erfahrung teilt die Luise-Scheppler-Schule mit den anderen Umweltschulen. Ein Beispiel für gelungenes Sponsoring erläuterte Matthias Oys aus Groß Düngen, der Schulen die Möglichkeit des „Blumenzwiebel-Fundraisings“ anbietet: Über die Schüler werden bei Freunden und Verwandten Bestellungen für Blumenzwiebeln gesammelt, und die Schulen können dann einen Teil der Bestellsumme für eigene Projekte zurückbehalten.

Ein Beispiel dafür, wie Umwelt-Lernen den engeren Schulradius verlassen kann, zeigte Hans-Jürgen Thies vom Forstamt Fuhrberg auf. Thies berichtete über die Möglichkeit von Walderlebnistagen mit Begleitung speziell ausgebildeter Waldpädagogen.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (wib) 


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